NDR VISITE – Gefahr in der Natur: Hantaviren und Leptospiren

Autor: Volker Ide

Hantavirus: Symptome und Therapie

Bei einer Infektion mit dem Hantavirus kommt es meist zu ungewöhnlich hohem Fieber, Muskel- und Knochenschmerzen. Die Symptome erinnern an eine Virus-Grippe. Wird ein Hantavirus-Infekt nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu einer dauerhaften Nierenschädigung kommen.

Behandeln kann der Arzt nur die Symptome. Durch Flüssigkeitszufuhr werden die Nieren unterstützt, im schlimmsten Fall ist eine Blutwäsche (Dialyse) erforderlich. Eine speziell gegen Hantaviren gerichtete Therapie gibt es nicht. Auch ein Impfstoff ist nicht verfügbar.

Leptospirose: Ähnliche Symptome, ähnliche Übertragung

Leptospiren sind gefährliche Bakterien, die eigentlich in tropischen und subtropischen Ländern vorkommen, aber auch in Deutschland immer wieder zu Erkrankungen führen. Sie werden ebenfalls von Rötelmäusen übertragen, aber auch von anderen Nagetieren. Auch die Leptospirose kann zu einem Nierenversagen führen, die Symptome ähneln der Hantavirus-Infektion. Über kleine Wunden oder Risse in der Haut gelangen die Bakterien in die Blutbahn, bringen das Immunsystem durcheinander und attackieren Nieren, Leber, Herz und Lunge. Mitunter führen sie sogar zu einer Hirnhautentzündung. Anders als die Hantavirus-Infektion lässt sich eine rechtzeitig erkannte Leptospirose aber mit hochdosierten Antibiotika behandeln, um weitere Schäden zu vermeiden.

So schützen Sie sich vor Hantaviren und Leptospiren

Anstecken kann man sich das ganze Jahr über. Die beste Vorsichtsmaßnahme ist, möglicherweise betroffene Räume wie Keller und Schuppen vor dem Betreten 30 Minuten zu lüften und das Aufwirbeln von Staub durch Befeuchten zu vermeiden. Beim Fegen des Gartenschuppens sollte man immer einen gut abdichtenden Mundschutz und Arbeitshandschuhe tragen.

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